Step 8: Qualitätssicherung

Und wie steht es mit der Qualitätssicherung?

Die Qualitätssicherung in der Radiologie hat zum Ziel, eine adäquate Bild- und Befundqualität mit einer minimalen Strahlenexposition zu erreichen.

Die Durchführung der Qualitätssicherung schreibt u.a. die Röntgenverordnung vor. Ihr Radiologe sichert seine Qualität durch fünf Maßnahmen:

  1. Tägliche Überprüfung der Filmbearbeitung
  2. Monatliche oder quartalsmäßige Kontrolle des Aufnahmesystems
  3. Einhaltung von ärztlichen Leitlinien für die Erstellung der Aufnahmen
  4. Ärztliche Qualitätsanforderung mit der Festlegung der Qualitätskriterien der Röntgenaufnahmen
  5. Kontinuierliche ärztliche Fortbildung

Zu 1. Zur Filmbearbeitung gehören die Entwicklermaschine, die Filmchemie und die Dunkelkammer an sich, wie Sie sie aus der Laienfotographie kennen, sofern sich der Radiologe nicht für ein Tageslichtsystem entschieden hat. Täglich werden Testaufnahmen mit einem sog. Sensitometer (= Messgerät zum Aufbelichten der optischen Dichte mit verschiedenen Lichtmengen auf den zu prüfenden Film) durchgeführt und mit einem Densitometer (= Messgerät für die optische Dichte eines Röntgenfilms) ausgewertet. Liegen die erzielten Werte in einem bestimmten Toleranzbereich, kann es losgehen mit dem radiologischen Tagesgeschäft.

Zu 2. Monatlich oder quartalsmäßig wird in einem fest definierten Prozess mit Standardeinstellungen die über einen Prüfkörper gemessenen Werte der Testaufnahme mit den vom Hersteller abgenommenen Ausgangswerten verglichen. Bei auffälligen Abweichung werden die Aufnahmesysteme neu eingestellt. Zusätzlich haben sich viele Radiologen zur Mitgliedschaft in einem Qualitätsring Radiologie (QRR) im Bereich Röntgen und Filmentwicklung entschieden. Damit verpflichten sie sich, niedrige Dosisgrenzwerte und höhere Qualitätsstandards einzuhalten und durch eine neutrale Organisation überprüfen zu lassen.

Zu 3. Von der Bundesärztekammer wurden in ärztlichen Leitlinien Werte für die Anfertigung von qualitativ ausreichenden Röntgenaufnahmen vorgeschrieben, die Ihr Radiologe beachtet.

Zu 4. Ihr Radiologe hält ärztliche Leitlinien zur Qualitätssicherung ein. Diese Leitlinien, die Radiologen mit der Bundesärztekammer festgelegt haben, legen anhand typischer Aufnahmen definierte Bild-Beurteilungskriterien als Standards fest. Der in verschiedenen Organen veröffentlichte Vorschriftenkatalog unterliegt ständiger Überarbeitung und Verbesserung, insbesondere im Hinblick auf die Digitaltechniken. Die Bildqualität wird bestimmt durch die technischen Kenngrößen der Aufnahmen und den Informationsgehalt. Die ärztlichen Qualitätsanforderungen beziehen sich daher auf charakteristische Bildmerkmale, für die Diagnose wichtige Bilddetails und kritische Strukturen. Darüber hinaus gibt es für Kinder besondere Untersuchungs- und Abbildungsbedingungen.

Zu 5. Ihr Radiologe besucht Fachkongresse und liest Veröffentlichungen, um dem ständigen Fortschritt in der Medizin gerecht zu werden. Seit 1999 hat die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) eine Akademie für Fort- und Weiterbildung gegründet, die sich an US-Vorbilder der CME (continous medical education) anlehnt. Bei erfolgreichem Besuch von zuvor geprüften Veranstaltungen kann Ihr Radiologe freiwillig Teilnehmerpunkte und nach einem Jahr bei einer Mindestpunktzahl ein Zertifikat bekommen. Fragen Sie Ihren Radiologen nach seinen Fortbildungen und achten Sie im Wartezimmer auf aushängende Zertifikate oder Zeugnisse. Neben dieser eher technischen Qualität haben in den letzten Jahren auch Qualitätsmanagementsysteme in Praxen und Krankenhäuser Einzug gehalten. Sinn des Qualitätsmanagements ist die absolut sichere Beherrschung aller Prozesse und Strukturen, letztendlich zum Wohle der Patienten. Durch erhöhte Leistungsfähigkeit und –bereitschaft der Praxis und optimierte Effizienz können Patienten in vielerlei Hinsicht profitieren. Ein Beispiel: Durch die Erhöhung der Geräteauslastung stehen mehr Termine zur Verfügung und die manchmal hohen Wartezeiten auf einen freien Termin können verkürzt werden. Viele Praxen lassen ihre Qualitätsmanagementsysteme nach der EN ISO 9001:2000 zertifizieren. Diese Qualitätszertifikate hängen meist auch im Anmeldungs- oder Wartebereich aus und sind drei Jahre gültig.