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 S wie Sicherheit bei Diagnosen: Ehrlich gesagt: Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Aber: Ihr Radiologe kann heute viel dazu beitragen, eine zuverlässige Diagnose für Sie zu stellen. Neben hochentwickelter Medizintechnik mit 3-D-Bilddarstellung und ihrer eigenen Kompetenz und Erfahrung tauschen sich die Radiologen im Radiologienetz mit Kollegen regelmäßig aus und ziehen in kritischen Fällen Spezialisten zu Rate. Diese freiwilligen Mehrfachbefundungen erhöhen die Zuverlässigkeit der Diagnosen. So gibt es Studien aus dem Mammographie-Screening, die beweisen, dass die Diagnosesicherheit durch die in dieser Reihenuntersuchung obligatorische Doppelbefundung um 15 Prozent verbessert wird.

 Scanner: erstes nuklearmedizinisches Aufnahmegerät, das Bilder erzeugte.

 Schilddrüsenblockade: Um eine Aufnahme des 123J oder des freien Technetiums zu vermeiden, gibt man dem Patienten 30 Minuten vor der Applikation des Radiopharmakons oral Natrium- oder Kaliumperchlorat.

 Schilddrüsenhormon: Die in der Schilddrüse produzierten Hormone sind u. a.:
1. Trijodthyronin (T3),
2. Tetrajodthyronin (T4, Thyroxin).

 Schilddrüsen-Szintigraphie: nuklearmedizinische Untersuchung, die Auskunft über Funktion und Aktivität einzelner Regionen der Schilddrüse gibt.

 Schlaganfall-Diagnose: [engl. stroke] beim Auftreten muss zunächst geklärt werden, ob es sich um einen Hirninfarkt oder eine Hirnblutung handelt. Meist wird hier eine Computertomographie des Kopfes (CCT = craniales CT) durchgeführt. Hirnblutungen sind unmittelbar nach ihrem Auftreten im CT erkennbar. Die ersten Zeichen eines Hirninfarktes zeigen sich etwa zwei Stunden nach dem Gefäßverschluss. Im CT lässt sich auch beurteilen, wie groß das betroffene Hirnareal und wie gefährlich der Schlaganfall ist. Schlaganfälle im Bereich des Hirnstamms (Hirnstamminfarkt) können mit einer MRT besser beurteilt werden als mit einer CCT. Wichtig sind in jedem Fall eine schnelle Diagnose und ein rascher Beginn der Behandlung. Je nach Schlaganfalltyp folgen weitere Untersuchungen, beispielsweise die Darstellung der Blutgefäße im Gehirn. Durch MR-Angiographie und CT-Angiographie können Engstellen, Gefäßverschlüsse, -lecks oder -missbildungen sichtbar gemacht werden.

 Schnittbildmethode: Verfahren zur schichtweisen Abb. des Körpers in versch. Ebenen; Computertomographie, Kernspintomographie, Ultraschalldiagnostik.

 Sekretion: Abgabe von Substanzen durch Drüsen oder drüsenähnliche Zellen. Die Abgabe dieser Sekrete erfolgt unwillkürlich und wird durch das vegetative Nervensystem sowie durch Rückkopplungsmechanismen, an denen teils auch sog. Steuerhormone beteiligt sind, geregelt.

 Selbstzuweisung: International ein Sonderfall, kann bildgebende Diagnostik in Deutschland auch von Nicht-Radiologen erbracht werden. Hierbei handelt es sich unter anderem um Orthopäden, Chirurgen, Urologen, Gynäkologen oder Internisten, die im Rahmen ihrer Ausbildung zum Facharzt die so genannte Fach- und Sachgebietskunde erworben haben, Röntgenstrahlung am Menschen anzuwenden. Diese Teilradiologen haben das Recht, sich Patienten selbst zuzuweisen, das heißt, eine Arbeitsdiagnose zu stellen und diese Diagnose mit dem eigenen Röntgengerät dann auch zu überprüfen. In den USA hat die American Medical Association (AMA) aus ethischen und juristischen Gründen empfohlen, Selbstüberweisungen zur Röntgendiagnostik grundsätzlich zu vermeiden, denn es zeigte sich, dass bei kritischer Überprüfung dieser Selbstüberweisungen zwischen 1,7- und 7,7-mal häufiger geröntgt wurde als in Vergleichspraxen, die zu speziellen Radiologen zuweisen müssen – und das ohne Einschränkungen bei der Qualität der medizinischen Versorgung.

 Seldinger-Methode: Punktion der Arterien zur Katheterisierung. Entwickelt 1953 von dem schwedischen Radiologen Sven-Ivar Seldinger (*19. April 1921, † 21. Februar 1998), um Angiographie-Katheter in Blutgefäße einzubringen.

 Sellink-Untersuchung: Röntgenkontrastuntersuchung des Dünndarms nach J. L. Sellink, wobei Kontrastmittel durch einen Schlauch verabreicht wird, welcher durch die Nase bis in den Dünndarm vorgeschoben wird.

 Sialographie: Darstellung des Gangsystems von Speicheldrüsen mittels Röntgenkontrastmitteln.

 Sicherheit bei Diagnosen: S wie Sicherheit bei Diagnosen.

 Single-Photon-Emissions-Computer-Tomographie: Abk. SPECT; Untersuchungstechnik, mit der sich der Stoffwechsel verschiedener Organe grafisch darstellen lässt. Dem Patienten werden dabei radioaktive Substanzen (Tracer) vor der Untersuchung gespritzt. Sie verteilen sich im Körper und reichern sich im zu untersuchenden Organ an. Mit einer Spezialkamera wird die Strahlung, die vom Gewebe ausgeht, gemessen. Die Messergebnisse werden zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.

 Skelettszintigraphie: nuklearmedizinisches Verfahren (Szintigraphie), mit dem die Stoffwechselaktivität des Knochengewebes dargestellt werden kann. Metastasen in den Knochen werden damit i. d. R. früher entdeckt als mit einer Röntgenaufnahme.

 Sonographie: auch Echographie oder um- gangssprachlich Ultraschalldiagnostik.

 SPECT: Abk. für Single-Photon-Emissi- ons-Computer-Tomographie.

 Spulen: feste Bestandteile des MRT sind Sende- und Empfangsspulen zum Einsenden und Empfangen von Radiowellen. Zusätzliche Spulen (Gradientenspulen) können das Magnetfeld in jede beliebige Richtung leicht verändern und dienen der Auswahl der Schnittebenen, in denen die Bilder gemacht werden. Durch ihre Umschaltungen werden die lauten Geräusche während der MR-Messungen verursacht.

 Staging: [engl. stage] Stadium. Vor, während und nach einer Therapie muss exakt untersucht werden, wie weit eine Erkrankung sich im Körper ausgebreitet hat, denn danach richtet sich die durchzuführende Therapie. Im Fachjargon heißt das „Staging“. Hierzu können verschiedene radiologische Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen.

 Stent: ein medizinisches Implantat, das in bestimmte tubuläre Organstrukturen eingebracht wird, um ihre Wand ringsum abzustützen. Es handelt sich um ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform aus Metall oder Kunststoff. Verwendung finden Stents zum einen in Blutgefäßen, speziell den Herzkranzgefäßen, um nach deren Aufdehnung (PTCA) einen erneuten Verschluss zu verhindern; eine solche Behandlung wird als Stentangioplastie bezeichnet. Zum anderen dienen Stents in der Krebsbehandlung dazu, durch bösartige Tumoren verursachte Verengungen von Atemwegen (Luftröhre), Gallenwegen oder der Speiseröhre nach einer Aufdehnung offenzuhalten.

 Strahlenangst: Viele Menschen haben Angst vor den körperlichen Schäden, die bei der Anwendung von Röntgenstrahlung bei Untersuchungen oder Therapien entstehen können. Sie befürchten Veränderungen des Erbguts oder Krebskrankheiten. Tatsache ist: Viele radiologische Untersuchungsverfahren arbeiten mit Röntgenstrahlen, die mit einer geringen Strahlenbelastung und entsprechendem Risiko verbunden sind. Diese Verfahren sollten nur dann durchgeführt werden, wenn sie zu diagnostischen Aussagen führen, die nicht auch gleichwertig mit alternativen strahlungsfreien Untersuchungen (z. B. Ultraschall oder MRT) gewonnen werden können. Die Entwicklung geht aber auch hier in die Richtung, dass die neueren Geräte immer schneller, leistungsfähiger und dabei strahlungsärmer sind. So kann man die Strahlenbelastung einer Mammographie heute vergleichen mit der Strahlenbelastung, der man auf einem Transatlantikflug ausgesetzt ist. Zum Schutz von Patienten und Ärzten sieht die neue Röntgenverordnung eine Abwägung des Nutzens gegenüber dem Risiko bei jeder einzelnen Aufnahme vor, jede Untersuchung muss ärztlich gerechtfertigt („indiziert“) sein. Rechtfertigende Indikation.

 Strahlenbelastung: siehe Strahlenexposition.

 Strahlendosis: Dosis an ionisierender Strahlung.

 Strahlenexposition: Syn. Strahlenbelastung.Jeder Mensch ist einer natürlichen Strahlenbelastung ausgesetzt. In Deutschland beträgt die mittlere natürliche Strahlenexposition etwa 2,1 mSv/Jahr. Beim Einsatz von Röntgenstrahlen kommt es zur Belastung mit ionisierender Strahlung. Sie kann in höherer Dosis bösartige Neubildungen (Krebs) oder Missbildungen beim Ungeborenen verursachen. Diese gesicherten Tatsachen wurden allerdings bei Dosiswerten von >200 mSv gewonnen. Solche Dosiswerte kommen in der Röntgendiagnostik üblicherweise nicht vor und würden mehr als 20 Computertomographien (CT) des Brustkorbs (Thorax) entsprechen. Wie sich die Strahlenbelastungen mit geringerer Dosis auf die Gesundheit auswirken, darüber gibt es nur Vermutungen und Denkmodelle. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass auch hier Schäden nicht ganz ausgeschlossen werden können. Es besteht demnach ein geringes Risiko. Strahlenangst.

 Strahlenhärte: Syn. Strahlenqualität.

 Strahlenqualität: allg. Strahlenphysik; Begriff zur Charakterisierung ionisierender Strahlung hinsichtlich ihrer Durchdringungsfähigkeit u. damit ihrer biol. Wirkung.

 Strahlenschäden: pathol. Folgeerscheinungen nach Einwirkung ionisierender Strahlung auf den menschlichen Organismus; zu unterscheiden sind schon durch kleinste Strahlendosen induzierbare onkogene u. mutagene Effekte u. die von einem bestimmten Dosisschwellenwert an nachweisbaren somatischen Strahlenschäden.

 Strahlenschutz: Schutz von Personen, Sachgütern u. Umwelt vor schädigender Einwirkung radioaktiver Stoffe u. ionisierender Strahlung; Schutz vor externer Bestrahlung erfolgt durch Abschirmung der Strahlenquelle u. Beschränkung des Zugangs, Einhaltung ausreichenden Abstands sowie Begrenzung der Expositionsdauer.

 Strahlenschutzkleidung: bleihaltige Gummikleidung (Schürzen, Handschuhe, Gonadenschutzschilde), die das Personal sowie die nicht untersuchten Körperteile des Patienten vor Röntgenstrahlung, v. a. der Streustrahlung, schützen sollen.

 Strahlenschutzverordnung: Abk. StrlSchV; „Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen“ in der Fassung vom 30.06.1989; Rechtsverordnung, die aufgrund des Atomgesetzes erlassen wurde; regelt alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Personen, Sachgütern u. der Umwelt vor den Gefahren durch ionisierende Strahlung (Ausnahme: Röntgenstrahlung; hier gilt die Röntgenverordnung).

 Strahlentherapie: auch Strahlenheilkunde; Radiotherapie, Radioonkologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der medizinischen Anwendung von ionisierender Strahlung auf den Menschen und auf Tiere beschäftigt, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern.

 Szintigraphie: nuklearmedizinisches, bildgebendes Verfahren unter Verw. möglichst kurzlebiger Radionuklide bzw. Radiopharmaka, die sich nach Inkorporation in den zu untersuchenden Organen od. Geweben (z. B. Tumoren) entweder relativ selektiv anreichern od. nicht gespeichert werden. Die räumliche Verteilungsdichte der aus dem Körper austretenden emittierten Strahlung kann mit entspr. Registriereinrichtungen als zweidimensionales Szintigramm registriert werden.