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 R wie Radiologie: [engl. radiology] Strahlen(heil)-kunde; Wissenschaft u. Lehre der med. Nutzbarmachung best. Strahlungsarten in Diagnostik u. Therapie. Verschiedene Teilgebiete: Röntgendiagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin; i. w. S. auch Anwendung anderer bildgebender Verfahren wie Ultraschalldiagnostik und Kernspintomographie.

 RA: Abk. für Röntgenaufnahme des Abdomens.

 Radialog: kostenlose Patientenzeitschrift von Radiologienetz; beinhaltet interessante und aktuelle Berichte und Informationen über die Radiologie.

 Radiatio: Bestrahlung, Strahlentherapie; Behandlung mit energiereichen, ionisierenden Strahlen, z. B. Röntgenstrahlen, Beta- oder Gammastrahlen (siehe Radioaktivität). Schnellwachsende Gewebe, insbes. Krebszellen, sind besonders empfindlich dagegen. Hierbei sind grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung einer Röntgenaufnahme. In der Regel werden die betroffenen Körperregionen von außen bestrahlt, wobei durch besondere Techniken versucht wird, die größte Strahlendosis im Tumorgewebe zu konzentrieren, während das umliegende Gewebe geschont wird. Bei manchen Erkrankungen, z. B. Tumoren der Gebärmutter, ist es auch möglich, die Strahlenquelle in den Körper und damit in unmittelbare Nähe des Krankheitsherdes zu bringen und eine Zeitlang dort zu belassen.

 Radioaktive Stents: Die radioaktive Strahlung von aktivierten Stents verhindert das überschießende Zellwachstum der Innenhaut des Blutgefäßes und beugt der Restenose vor. Um unerwünschte Nebenwirkungen wie z. B. das Auswaschen von Medikamenten oder Radionukliden in den Blutkreislauf zu verhindern, werden Techniken wie die Ionenimplantation oder auch Aktivierung des Grundmaterials (Neutronenaktivierung) verwendet. Dennoch ergeben sich in der Praxis strahlenschutztechnische Probleme. Der erste radioaktive Stent wurde 1992 am Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) produziert. Es handelte sich hierbei um einen Stent aus Stahl, dessen Legierungselemente aktiviert wurden.

 Radiofrequenz-Impuls: Eine kurze Einstrahlung von Radiosignalen auf den menschlichen Körper nennt man im Zusammenhang mit der MR-Tomographie einen Radiofrequenz-Impuls oder noch kürzer einen RF-Puls. Bei der Bildgebung dauert ein RF-Puls typischerweise wenige Millisekunden.

 Radioimmunoassay: Radioimmuntest, Abk. RIA; spezifische und empfindliche immunologische Nachweismethode der Nuklearmedizin für kleinste Mengen (bis etwa 10-14 g) antigen wirkender Substanzen (z. B. Enzyme, Serumproteine, Hormone, Vitamine, Pharmaka, Tumorantigene) in biologischen Flüssigkeiten (z. B. Harn, Serum). Diese Methode wird zunehmend durch auf gleichen Prinzipien beruhende nichtradioaktive Verfahren ersetzt.

 Radiologe: Um nach einem absolvierten Medizinstudium in Deutschland die Bezeichnung „Facharzt für Radiologie“ zu erwerben, bedarf es einer mindestens fünfjährigen Weiterbildungszeit in der diagnostischen und therapeutischen Radiologie. Der Weiterbildungsinhalt zur Erlangung der Facharzt-Bezeichnung wird über die jeweils zuständige Ärztekammer eines Bundeslandes definiert.Für die Zulassung zur Facharztprüfung ist der Nachweis einer bestimmten Anzahl selbständig durchgeführter Untersuchungen bei Kindern, Erwachsenen und in der Neuroradiologie nötig.

 Radiologie: R wie Radiologie.

 Radiologensuche: Eine Radiologiepraxis in Ihrer Nähe finden Sie auf dem kostenlosen Patientenportal www.radiologie.de oder direkt unter www.radiologensuche.de. Falls Sie hier nicht fündig werden, können Sie auch die Arztsuchmaschine der Bundesärztekammer unter www.arzt.de benutzen. Auswahl des Radiologen.

 Radiologie 2020: Z wie Zukunft der Radiologie.

 Radiologie.de: kostenloses unabhängiges Informationsportal von Radiologienetz für Patienten und überweisende Ärzte mit vielen Informationen rund um die Radiologie.

 Radiologie in Zahlen: Mit gut zwei Prozent der Mediziner in Deutschland bilden die circa 6.000 Radiologen eine sehr kleine ärztliche Fachgruppe. Interessant ist, dass die Anzahl der Radiologen im niedergelassenen Sektor in den letzten zehn Jahren ein durchschnittliches Wachstum von knapp 10% zu verzeichnen hat, wohingegen ein deutlicher Rückgang innerhalb der stationären Radiologentätigkeit von durchschnittlich 24% festzustellen ist. Die rund 2.500 niedergelassenen Radiologen stellten im Jahr 2008 circa 1,1% der Vertragsärzte und leisteten eine Versorgung, die 2,3% des gesamten kassenärztlichen Budgets (aus Honorarzahlung) entsprach. Von den 2.200 Krankenhäusern in Deutschland betreiben nur 800 eine eigene radiologische Fachabteilung - Tendenz fallend! Die Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor nimmt immer mehr zu. Derzeit bestehen ca. 180 Kooperationen zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen radiologischen Praxen in unterschiedlichen Kooperationsformen (teleradiologisch bis hin zu Praxis im Krankenhaus). Richtet man den Blick auf die unterschiedlichen Praxisgrößen, so wird deutlich, dass die Anzahl der radiologischen Einzelpraxen stark rückläufig ist. Von den gut 1.100 Radiologiepraxen in Deutschland werden noch knapp 300 als Einzelpraxen geführt. Die restlichen 800 sind bereits heute Gemeinschaftspraxen. Die großen Praxen mit sechs und mehr Partnern sind mit mittelständischen Unternehmen vergleichbar: Sie beschäftigen oft bis zu 50 Mitarbeiter (teilweise sogar noch erheblich mehr) und betreiben Geräte im Wert von teilweise weit über 10 Millionen Euro. Der Wert der in Deutschland von niedergelassenen Ärzten erbrachten radiologischen Leistungen belief sich im Jahr 2007 auf ca. 3,4 Mrd. Euro. 45 % dieser Leistungen wurden von nicht-radiologischen Fachärzten (wie zum Beispiel Orthopäden) erbracht. In den radiologischen Praxen selbst stellte die Kernspintomographie mit 45 % den größten Anteil. Der Rest entfällt auf Computertomographie, Röntgenuntersuchungen, Mammographien und sonstige radiologische Untersuchungen.

 Radiologienetz: bundesweiter Qualitätsverbund von unabhängigen radiologischen Praxen und Krankenhausabteilungen. Durch enge Zusammenarbeit und intensiven Austausch untereinander sowie mit dem behandelnden Arzt und regionalen Krankenhäusern wird die radiologische Versorgung mit hoher Qualität sichergestellt. Gemanagt wird das Radiologienetz von der Curagita AG.

 Radiologische Therapie: Neben der Strahlentherapie kommt der interventionellen Radiologie steigende Bedeutung zu. Mittels Kontrolle durch bildgebende Techniken (z. B. Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie) können manche Erkrankungen minimalinvasiv behandelt werden, d. h. ohne offenen chirurgischen Eingriff (siehe auch Periradikuläre Therapie).

 Radiopharmaka: Arzneimittel, die Radionuklide enthalten u. deren Strahlungsaktivität diagn. od. therap. genutzt wird.

 Radiosynoviorthese: Abk. RSO; kommt bei Rheuma, aktivierten Arthrosen und sonstigen Gelenkentzündungen zum Einsatz. Weiche niedrigenergetische Betastrahlen werden über eine dünne Nadel unter Bildsteuerung gezielt in das schmerzhafte Gelenk injiziert. Sie beruhigen und glätten die gereizte Gelenkschleimhaut direkt von innen.

 Radiotherapie: Bestrahlung, Strahlentherapie.

 Radiowellen: elektromagnetische Wellen wie auch Mikrowellen, sichtbares Licht oder Röntgenstrahlen. Die Energie und Frequenz der Radiowellen sind jedoch kleiner, ihre Wellenlängen länger, damit Radiowellen zum größten Teil durch einen menschlichen Körper hindurchgehen, ohne Schäden anzurichten. Bei hoher Strahlungsintensität bewirken Radiowellen im Körper eine Erwärmung des Gewebes. Die Frequenzen der Radiowellen, die in den heute üblichen MR-Tomographen verwendet werden, liegen im Ultrakurzwellenbereich von ca. 10 bis 130 MHz. Um keine unerwünschten elektromagnetischen Störungen zu verursachen oder etwa den Funkverkehr zu beeinträchtigen, sind die Radiosender von MR-Magneten von isolierenden Metallkäfigen (Faraday-Käfigen) umgeben.

 Rechtfertigende Indikation: Entscheidung eines Arztes mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, dass und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde angewendet wird (§2 und §23 Röntgenverordnung). Die Stellung einer rechtfertigenden Indikation erfordert die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Anwendung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt.

 Region of Interest: Abk. ROI; bei der Computer-Szintigraphie wird die zu errechnende Organregion durch Quadrate, Rechtecke oder durch frei wählbare Felder anhand des Bildes lokalisiert und dann ausgewertet.

 Reihenuntersuchungen: Screeningverfahren, ein Suchtest zur erstmaligen Identifizierung von Krankheiten oder Noxen.
Beispiel:
1. Röntgen-Thorax zur Erfassung der Lungen-Tuberkulose während der Schulzeit,
2. Blutzuckeruntersuchung zum Nachweis des Diabetes mellitus,
3. Krebsfrüherkennung z. B. Mammographie-Screening.

 Relaxation: Nach Abschalten des Hochfrequenzimpulses bei der Magnetresonanztomographie bewegen sich die Atomkerne wieder in ihre Gleichgewichtslage zurück („Relaxation“). Hierbei wird ein Signal abgegeben. Die Zeit bis zur Registrierung des Signals wird als Relaxationszeit angegeben. Man unterscheidet die longitudinale Relaxation (T1-Zeit) und die transversale Relaxation (T2-Zeit). Die Messung der T1- und T2-Zeit wird als Grundlage für die Bilderzeugung genutzt: Je nachdem, welche der beiden Zeiten umgesetzt wird, bezeichnet man diese Bilder als „T1- bzw. T2-gewichtet“. Zusätzlich können sog. protonengewichtete Bilder erzeugt werden.

 RIS: Abk. für Radiologie-Informations-System; es übernimmt die EDV-erfasste Datenverwaltung.

 RKI: Abk. für Robert-Koch-Institut; Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten in Berlin sowie zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung.

 Röntgen, Wilhelm Conrad: (* 27. März 1845 in Lennep, heute Stadtteil von Remscheid † 10. Februar 1923 in München), deutscher Physiker und der Entdecker der nach ihm benannten Röntgenstrahlen und erster Nobelpreisträger im Jahre 1901. Seine Entdeckung revolutionierte u. a. die medizinische Diagnostik und führte zu weiteren wichtigen Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts, z. B. der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität.

 Röntgenanlage: Sammelbezeichnung für Röntgenstrahler, Röntgengenerator u. Röntgenanwendungsgeräte (z. B. Buckytisch, Rasterwandgerät, Durchleuchtungsgerät).

 Röntgenbild: bei Durchstrahlung einesKörpers mit Röntgenstrahlung aufgrund der unterschiedlichen Absorption der durchstrahlten Gewebe entstehendes Schattenbild aus verschiedenen Grautonabstufungen; kann direkt auf einem strahlungsempflindlichen Schirm sichtbar gemacht od. auf Röntgenfilmen aufgezeichnet werden.

 Röntgenbremsstrahlung: entsteht durch die Abbremsung der Elektronen beim Durchlaufen des Metalls der Anode: Jede beschleunigte elektrische Ladung erzeugt elektromagnetische Strahlung. Die Wellenlänge der Strahlung hängt dabei vom Wert der Beschleunigung (bzw. Abbremsung) ab, so dass bei höherer Beschleunigungsspannung bzw. Anodenspannung härtere Röntgenstrahlung (energiereichere Quanten) entsteht.

 Röntgenfilme: in der Röntgenaufnahmetechnik verwendete Filme unterschiedlicher Empfindlichkeiten, die in einer Filmkassette zwei Verstärkerfolien belichten u. hauptsächlich durch das Fluoreszenzlicht der Verstärkerfolien geschwärzt werden.

 Röntgenkater: Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit nach einer radioaktiven Ganzkörperbestrahlung.

 Röntgenkontrastdarstellung: Darstellung von Organen mit Hilfe von Röntgenkontrastmitteln. K wie Kontrast.

 Röntgenlinse: ein optisches Element, das eingesetzt wird, um Röntgenstrahlen zu fokussieren. Neben Röntgenoptiken wie gebogenen Röntgenspiegeln, Vielschichtsystemen sowie Fresnelzonenplatten werden dazu refraktive Röntgenlinsen benutzt.

 Röntgenpass: Dokument, in das der behandelnde Arzt oder Zahnarzt auf Wunsch des Patienten Informationen zu Röntgenuntersuchungen einträgt, die am Patient durchgeführt werden. Der Röntgenpass enthält Informationen zu Patientendaten wie Name, Geburtsdatum und Wohnort. Bei jeder Untersuchung trägt der/die behandelnde Arzt/Ärztin das Datum, die untersuchte Körperregion, Namen und Praxisstempel sowie Unterschrift ein. Der Pass verbleibt beim Patienten. Strahlentherapeutische Maßnahmen werden im Röntgenpass nicht vermerkt.

 Röntgenspektroskopie: Sammelbezeichnung für alle spektroskopischen Verfahren, die die Anregung und Auswertung der charakteristischen Eigenstrahlung der Atome (Röntgenstrahlen) umfassen, um Einblicke in den inneren Bau der Atome zu gewinnen. Röntgenspektren werden durch Beugung an Kristallgittern bekannter Struktur gewonnen. Analog zur optischen Spektroskopie unterteilt man die Röntgenspektroskopie in Emissions-, Absorptions- und Fluoreszenzspektroskopie (Röntgenfluoreszenzanalyse); das Gesetz über das Röntgenemissionslinienspektrum stellte H. Moseley auf.

 Röntgenstrahler: technische Vorrichtung zur Erzeugung von Röntgenstrahlung für med. od. nicht-medizinische Zwecke; besteht aus der Röntgenröhre u. einem Schutzgehäuse.

 Röntgenstrahlung: zur Photonenstrahlung gehörender, von Wilhelm Conrad Röntgen 1895 entdeckter hochenergetischer Bereich des Spektrums elektromagnetischer Wellen.

 Röntgen-Thorax: Die gebräuchlichste röntgenologische Untersuchung, bei der die im Brustkorb (Thorax) befindlichen Organe dargestellt werden.

 Röntgenverordnung: Abk. RöV; „Verordnungüber den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen“ vom 08.01.1987; regelt u. a. die Betriebsvoraussetzung u. Vorschriften für Röntgenanlagen, die Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen sowie die Schutzvorschriften für beruflich strahlenexponierte Personen. Sie enthält außerdem Festlegungen zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik.