Mammographie-Screening kompakt:
Die wichtigsten Fragen und Antworten

 

Auf verschiedenen Veranstaltungen stellen die programmverantwortlichen Ärzte für das Mammographie-Screening das Programm vor und beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema. Hier daher eine Zusammenfassung zentraler Fragen und Antworten zum Thema.

"Was bedeutet Mammographie-Screening?“
Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Screening bedeutet Reihenuntersuchung. Das Mammographie-Screening Programm beinhaltet den Anspruch für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bundesweit auf eine kostenlose Brustkrebsuntersuchung alle zwei Jahre.

"Warum wird das Mammographie-Screening Programm in Deutschland eingeführt?“
In anderen europäischen Ländern wie z.B. Großbritannien, Niederlande, Schweden, gibt es schon seit vielen Jahren Mammographie-Screening Programme. Studien zeigen, dass es tatsächlich gelungen ist, in der Gruppe der teilnahmeberechtigten Frauen die Brustkrebssterblichkeit bis zu 35% zu senken. Die Mammographie ermöglicht, Brustkrebs so früh zu entdecken, dass die Krankheit vollständig heilbar ist. Die Tumoren sind in diesen Frühstadien noch so klein, dass sie nicht tastbar sind und keine anderen Beschwerden hervorrufen.

"Ist Brustkrebs wirklich heilbar?“
Bei einer Tumorgröße unter einem Zentimeter, kann der Krebs in rund 95 Prozent der Fälle geheilt werden. Ist der Tumor mehr als zwei Zentimeter groß, sinkt die Heilungschance auf 70 Prozent. Beim Screening werden 70 bis 80 Prozent der Tumoren im heilbaren Stadium entdeckt. Diese Zahlen sprechen sehr für die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen wie dem Mammographie-Screening.

"Wie gefährlich ist die Strahlenbelastung bei der Mammographie?“
Der Nutzen der Brustkrebsfrüherkennung ist beispielsweise für 60-jährige Frauen 2000 mal so hoch wie das Risiko, dass durch die Röntgenstrahlen Krebs verursacht wird. Durch die modernen, arbeitstäglich von einem Referenzzentrum überprüften Geräte, die im Screening zum Einsatz kommen, wird das Strahlungsrisiko überschaubar gehalten. Man sagt: die Strahlung einer Mammographie entspricht in etwa der Strahlung, der man sich aussetzt, wenn man im Flugzeug den Atlantik überquert. 

"Wie hoch ist der tatsächliche Nutzen dieser Reihenuntersuchungen für die einzelne Frau?"
Von tausend Frauen, die nicht zum Screening gehen, sterben acht an Brustkrebs. Mit Screening sind es sechs. Auf den ersten Blick klingt das wenig. Doch hochgerechnet auf die weibliche Gesamtbevölkerung könnten durch das Screening in Deutschland viele tausend Frauen pro Jahr gerettet werden.

"Kann eine Frau in jeder radiologischen Praxis am Mammographie-Screening teilnehmen?“
Nein.  Am Screening dürfen nur sogenannte zertifizierte Mammographie-Einheiten teilnehmen. Dies ist im Sinne der Frauen, dass das Programm nach den EU-Leitlinien höchsten Qualitätsanforderungen entspricht.  Dazu gehören z. B. die spezielle Schulung der Röntgenassistentinnen und Ärzte sowie Qualitätskontrolle durch übergeordnete Stellen. Und es heißt beispielsweise auch, dass immer zwei besonders erfahrene Ärzte die Röntgenaufnahmen einer Frau betrachten, um sicherzustellen, dass möglichst nichts übersehen oder falsch interpretiert werden kann.

"Wie kann eine Frau am Screening teilnehmen?“
Eine zentrale Einladestelle in jedem Bundesland lädt auf der Basis amtlicher Meldedaten alle zwei Jahre schriftlich mit Terminvorschlag in eine wohnortnahe Mammographie-Einheit ein. Darüber hinaus können sich Frauen aber auch selbst einladen, müssen also nicht auf die Einladung warten, z.B. über unsere Anmeldeformulare für Frauen aus Baden-Württemberg und aus der Pfalz:
Anmeldeformular Baden-WürttembergAnmeldeformular Rheinland-Pfalz  

"Was erwartet die Frauen beim Screening genau?“
Mit der Einladung und der Versicherungskarte sucht die Frau die Mammographie-Einheit auf. Dort werden die Röntgen-Aufnahmen von einer speziell geschulten Röntgenassistentin gemacht, die ihr auch im Vorfeld beim Ausfüllen des Anmeldebogens behilflich ist. Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten. Danach kann die Frau wieder gehen. Ein Arztgespräch findet nicht statt. Die Röntgenbilder werden von zwei Ärzten unabhängig voneinander beurteilt, die pro Jahr mindestens 5000 Mammografien befunden; bei Unstimmigkeiten schaut sich noch ein dritter Arzt die Bilder an.
Das Ergebnis wird schriftlich innerhalb von sieben Werktagen nach Hause geschickt. Beruhigend ist die Tatsache, dass bei etwa 95 Prozent aller Frauen die Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs zeigt.

"Die Mammographie ist auffällig – was passiert dann?“
Bei einem unklaren Befund wird die Frau kurzfristig zu einem Termin bei einer Ärztin oder einem Arzt in der Screening-Einheit eingeladen. Dort wird die Brust abgetastet, eine Ultraschalluntersuchung und eventuell eine zusätzliche Mammographie gemacht. Eine Gewebeprobe (Biopsie) zur abschließenden Beurteilung eines auffälligen Befunds ist nur bei wenigen Frauen erforderlich. Das endgültige Ergebnis liegt normalerweise spätestens nach zwei Wochen vor.