Ab wie viel Strahlung bekommt man Krebs?  

 
Es ist heute wissenschaftlich gesichert, dass ionisierende Strahlen in höherer Dosis bösartige Neubildungen (Krebs) oder Missbildungen beim Ungeborenen verursachen können. Verschiedene Gewebe sind unterschiedlich empfindlich: am empfindlichsten ist das rote Knochenmark. Dieses sind gesicherte Tatsachen, welche allerdings bei Dosiswerten von >200 mSv gewonnen wurden. Solche Dosiswerte kommen in der Röntgendiagnostik üblicherweise nicht vor und würden mehr als 20 Computertomographien (CT) des Brustkorbs (Thorax) entsprechen. Wie sich die Strahlenbelastung mit geringerer Dosis auf die Gesundheit auswirken, darüber gibt es nur Vermutungen und Denkmodelle. Risikoabschätzungen in diesen Bereichen sind somit nur mit Einschränkungen möglich: Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass auch hier Schäden nicht ganz ausgeschlossen werden können. Es besteht demnach ein geringes Risiko.
Aus diesen unterschiedlichen Theorien ist ersichtlich, dass die Abschätzung des Risikos bei medizinisch-diagnostischen Anwendungen schlecht abschätzbar sind. Zum Schutz von Patienten und Ärzten sieht die neue Röntgenverordnung eine Abwägung des Nutzens gegenüber dem Risiko bei jeder einzelnen Aufnahme vor, jede Untersuchung muss ärztlich gerechtfertigt („indiziert“) sein.