Die Entwicklung der Magnetresonanztomographie

 

1989: Beginn der MR-Angiographie: Das Blut selbst ist das Kontrastmittel

 

Erste MR-Angiographie (MRA) - Es werden zunächst Sequenzen eingesetzt, bei denen das strömende Blut deutlich mehr Signal als das umgebende Gewebe aufweist.

 


~ 1990: Auch die weibliche Brust kann strahlenfrei untersucht werden.

 

Die MR-Mammographie entwickelt sich zu einem klinisch sehr nützlichen Verfahren, um Tumoren der weiblichen Brust aufzuspüren. Ein wesentlicher Bestandteil neben statischen Sequenzen sind hier dynamische T1-gewichtete Sequenzen nach Kontrastmittelgabe. Sie zeigen die Durchblutung der Mamma und können somit die zumeist verstärkt perfundierten Tumoren aufspüren.
 

 


1991: Die MRA wird ein ernster Konkurent für die invasive Angiographie

 

Die MRA ohne Kontrastmittel (die sogenannten ‚time-of-flight’ und ‚phase contrast’ Techniken) haben einen Nachfolger: Die Kontrastmittel-verstärkte MRA. Hierfür wird ein T1-Kontrastmittel im raschen Bolus gespritzt und eine schnelle stark T1-gewichtete Sequenz gefahren. Die Gründe für diesen Wechsel sind die Anfälligkeit der bisherigen Techniken für Artefakte aus der Umgebung oder langsam fließendes Blut.
 

 


~1993: Bei Platzangst MRT!

 

Die ersten offenen MRT Geräte werden verfügbar. Der Patient liegt hier nicht mehr in einem röhrenförmigen Gerät sondern zwei kreisförmige Magneten liegen unter und über dem Untersuchungstisch. Durch die neue Technik kann die MRT vermehrt bei Patienten mit Platzangst und bei Kindern angewendet werden. Auch Interventionen mit MR-kompatiblen Materialien sind in diesen Geräten einfacher möglich.

 


1996: Die Leber mit ‚Rost’ angefärbt.

 

Mit AMI 25 (Endorem®, Guerbet; FerridexTM, Berlex), einem Eisenoxid für die Leberdiagnostik erscheint das erste organspezifische Kontrastmittel. Der kontrastgebende Bestandteil dieser Verbindungen sind Eisenoxide, im Volksmund als Rost bezeichnet.
 

 


~1999: Der Untersuchungstisch bewegt sich

 

Moving-Table Technik: Die Erfassung von Bildvolumina, welche das Field-of-View (FOV) überschreiten wird ohne manuelles Verschieben der Spule möglich. Es können wie in der CT größere Bereiche dargestellt werden. Die periphere MRA mit einer einzigen Kontrastmittelinjektion wird möglich.

 


~1999: Der Angiographie auf den Fersen

 

Zeitaufgelöste „4D“ MR-Angiographie. Es werden sehr schnelle MRA Sequenzen entwickelt, die in sehr kurzen Abständen mehrfach wiederholt werden. Hierdurch ist nicht nur eine morphologische Information (Gefäß durchströmt ja/nein) sondern eine funktionelle Information (z.B. Flussgeschwindigkeit, Strömungsrichtung) verfügbar.

 


~2000: Neue Horizonte?

 

Lange Zeit galten 1.5 T Geräte als Hochfeldgeräte und das Maximum des technisch machbaren für die klinische Routine. Jetzt werden 3 T Geräte allgemein verfügbar. Ob diese wesentliche Vorteile für die klinische Bildgebung versprechen und eine weite Verbreitung finden werden, bleibt abzuwarten.

 


Heute: Methode der Wahl bei vielen Untersuchungen

 

Die MRT ist die Methode der Wahl für die Diagnostik des zentralen Nervensystems, den Bewegungsapparat und des Spinalkanals. Die Methode ist schneller geworden (zahlreiche Untersuchungen sind in 15-20 min möglich) und aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung beliebig wiederholbar.

 



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