Bei mir soll eine Mammographie durchgeführt werden. Wie hoch ist die Belastung? Ist die Gefahr durch die Strahlung einen Tumor zu bekommen größer als üblicherweise?

 

Bei einer Untersuchung der weiblichen Brust mit Röntgenstrahlung, der sogenannten Mammographie, ist ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Brustkrebs und der Mammographie bisher nicht nachgewiesen worden. Wie bei jeder Strahlung besteht aber auch bei der Mammographie ein theoretisches Risiko. Demgegenüber steht allerdings eine deutlich verbesserte Heilungschance bei der frühzeitigen Erkennung eines Brustkrebs. Diese Nutzen-Risiko Abwägung ist bei Ihrer Überweisung schon durchgeführt worden und wird durch den fachkundigen Radiologen durch die Stellung der rechtfertigenden Indikation überprüft. Laut den Leitlinien Brustkrebs Früherkennung Deutschland  empfiehlt man die Durchführung einer mammographischen Untersuchung ohne Vorliegen von Symptomen:

  • auf jeden Fall zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, da für diese Altersgruppe der größte Benefit  (Nutzen-Risiko Abwägung) beschrieben wird,
  • in 2 Ebenen in Kombination mit einer ärztlich-klinischen Untersuchung,
  • in Untersuchungsintervallen von längstens 24 Monaten
  • unter Sicherung der technischen und der Befundungsqualität.

Studien aus 2003 zeigen, dass eine Wirksamkeit der Früherkennungsmammographie für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, neuerdings auch zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr,  aber auch nach dem 70. Lebensjahr anzunehmen ist.

Der technischen Qualitätssicherung werden die Europäischen Leitlinien zugrunde gelegt. Die Wirkungen körpereigener und zugeführter Hormone sind bei Durchführung und Befundung diagnostischer Maßnahmen zu berücksichtigen.
Selbstverständlich wird bei einem unklaren Tastbefund, Beschwerden oder einer familiären Vorgeschichte für Brustkrebs individuell entschieden - man kann dann von dieser Regel abweichen.