Studie: MRT/CT steigern Lebenserwartung um 0,72 Jahre


The quality of medical care, behavioural risk factors, and longevity growth
Quelle: Working Paper 15068. National Bureau of Economic Research. Cambridge MA. June 2009 http://www.nber.org/papers/w15068

Die Studie (Lichtenberg FR: The quality of medical care, behavioural risk factors, and longevity growth. Working Paper 15068. National Bureau of Economic Research. Cambridge MA. June 2009 http://www.nber.org/papers/w15068) quantifiziert den direkten Beitrag der modernen bildgebenden Verfahren zur Steigerung der Lebenserwartung mit 0,61-0,72 Jahren, dies entspricht einem prozentualen Beitrag zur Gesamtsteigerung von 26%.

Die Studie betrachtet den Zusammenhang zwischen der Qualität medizinischer Versorgung sowie verhaltensabhängigen Risikofaktoren und der gestiegenen Lebenserwartung in den USA von 1991-2004. In diesem Zeitraum ist die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt um 2,37 Jahre gestiegen. Lichtenberg identifiziert in seiner Studie die Anwendung fortschrittlicher diagnostischer Verfahren der Bildgebung („advanced medical imaging“: CT und MRT) als einen der zentralen Indikatoren für die Qualität der medizinischen Versorgung. Der Anteil moderner bildgebender Untersuchungen an der Gesamtheit aller bilddiagnostischen Verfahren hat sich in den USA im Zeitraum von 1991 (9,3%) bis 2004 (18,8%) verdoppelt. Die Staaten der USA, in denen der Zuwachs der Qualität der Bildgebung, bei Medikamenten und praktizierenden Ärzten am größten war, lassen eine entsprechend größere Zunahme der Lebenserwartung erkennen, jedoch keinen entsprechenden Zuwachs der Pro-Kopf-Ausgaben im Gesundheitswesen. Diese Entwicklung wird durch den Umstand gedeutet, dass moderne diagnostische Verfahren und Pharmaka zwar teurer sind als ihre Vorgänger, sie andererseits den Bedarf an zusätzlicher, ebenfalls kostenintensiver Diagnostik und Therapie reduzieren können. Das Nichtvorhandensein einer Korrelation zwischen medizinischer Innovation und Gesundheitsausgaben in den einzelnen Staaten steht im Widerspruch zu der Annahme der Kaiser Family Foundation von 2007, dass der Fortschritt und Entwicklungen in der Medizintechnik zu einem Anstieg der Gesamtausgaben im Gesundheitssektor in den USA beigetragen hätten. Auf der Grundlage von australischen Versicherungsdaten (Medicare Australia) wird der Zusammenhang zwischen moderner Bildgebung und Sterblichkeitsentwicklung weiter erläutert. Es geht daraus hervor, dass demographische Gruppen, bei denen moderne Bildgebung überdurchschnittlich oft zum Einsatz kam, einen überdurchschnittlichen Rückgang der Mortalität verzeichnen. Eine solche Korrelation zwischen der Mortalitätsrate und der Anwendung von Standard-Bildgebung (z.B. konventionelles Röntgen) war nicht festzustellen. Maximal profitiert die Gruppe der 65-74jährigen Patienten von einer modernen Bildgebung. Der Beitrag der der modernen Verfahren zum Rückgang der altersentsprechenden Sterblichkeitsrate in Australien im Zeitraum von 1995-2005 wird mit 46% abgeschätzt.

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