Studie zur Patientenzufriedenheit in 89 radiologischen Praxen der Curagita-Gruppe


01.02.2010

Patienten sind mit der ambulanten Versorgung mit radiologischer Diagnostik in der Region hochzufrieden. Vorurteile gegen die hochtechnologisierte Fachgruppe mit Computertomographie und Magnetresonanztomographie als „kalte Apparatemedizin“ sind in der Bevölkerung weit weniger verbreitet als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis der bisher ausführlichsten Patientenbefragung in der niedergelassenen Radiologie.

Über 10.000 Patienten beurteilten die Praxen der Curagita-Gruppe anhand eines ausführlichen Fragebogens und lieferten wertvolle Erkenntnisse, die zur weiteren Verbesserung des Angebots in den Praxen dienen werden. „In einem aus Sicht der Patienten sehr intransparenten Umfeld sind nachvollziehbare Qualitätskriterien von Praxen echte Wettbewerbsvorteile,“ so Professor Stefan Jugel von der University of Applied Sciences, Wiesbaden, der die wissenschaftliche Verantwortung für die Studie trug. Darüber hinaus wollte sich der Radiologenverbund auch ein Bild der Einstellungen von Patienten zu verschiedenen Zukunftsthemen machen.

Hier einige der spannendsten Ergebnisse der Studie:
Patienten sehen in der Radiologie einen wichtigen Stellhebel für die weitere Therapie ihrer Beschwerden. Dabei erwarten sie von ihrem Radiologen eine möglichst zutreffende und präzise Diagnose, die von behandelnden Haus- und Fachärzten in die Therapieplanung einbezogen wird. 89% der Befragten glauben, dass ihr Radiologe diese Funktion bereits heute erfolgreich erfüllt.

Die Wertschätzung, die Patienten der Radiologie entgegenbringen, drückt sich besonders deutlich darin aus, dass über 50% der Befragten die Vergütung, die ein Radiologe für eine Untersuchung erhält, deutlich überschätzt. Ein ähnliches Bild offenbart der Wunsch der Patienten nach weiteren radiologischen Früherkennungsprogrammen. Das Mammographie-Screening, das in vielen der teilnehmenden Praxen durchgeführt wird, hat inzwischen einen hohen Bekanntheits- und Zufriedenheitsgrad erreicht. Nun fordern 96% der Befragten weitere, ähnlich organisierte Programme. Vor die Wahl gestellt, eine radiologische Untersuchung im Krankenhaus, bei einem behandelnden Facharzt oder in einer spezialisierten vollradiologischen Praxis durchführen zu lassen, entscheiden sich 86% der Befragten für die Vollradiologie.

Diese sehr positiven Beurteilungen führen dazu, dass die Praxen nach dem Schulnotenprinzip eine Durchschnittsnote von 1,5 erhalten haben – ein Wert, der so manchen Numerus Clausus locker überwindet. Konsequenterweise erklären sich deshalb auch 96 Prozent der Patientinnen und Patienten bereit, die von ihnen aufgesuchte Praxis vorbehaltlos an Freunde und Bekannte weiterzuempfehlen. Gleichwohl wurde die latent vorhandene Kritik an beispielsweise den häufig langen Wartezeiten aufmerksam aufgenommen. Hier werden die beteiligten Praxen in Zukunft mehr Wert darauf legen, dass die Praxen entweder Wartezeiten verkürzen, oder, wo dies nicht möglich ist, diese wenigstens besser zu erklären, denn auch das ist ein Ergebnis der Befragung: Patienten schätzen eine gut funktionierende Information und Kommunikation: zwischen ihnen und dem Praxisteam und natürlich besonders in der Beziehung zu ihrem Radiologen.

Laden Sie sich hier den zusammenfassenden Eindruck der 11.000 Patienten, die den Fragebogen nach ihrem Praxisbesuch ausfüllten und zurückschickten herunter. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie die Mitarbeiter einer Praxis im Vergleich zu den Patienten Sachverhalte beurteilen, dann lesen Sie den Artikel aus dem MTA-Dialog „Durch die Patientenbrille geschaut“.