Mann gab Röntgen-Strahlen ihren Namen

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom vom 25./26. Mai 2013, Kinderseite "Klaro"
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Er machte vor mehr als 100 Jahren eine ganz besondere Entdeckung

Mit ihnen kann man in Körper oder in Gegenstände schauen - fast so als wären sie aus Glas. Mediziner untersuchen damit zum Beispiel gebrochene Knochen. Oder sie können feststellen, ob ein Kind eine Münze verschluckt hat. Die Rede ist von Röntgen-Strahlen.

Wilhelm Conrad Röntgen ist ihnen auf die Spur gekommen. Dabei wollte er eigentlich gar nichts für die Medizin entdecken. Er war Physiker und arbeitete an der Universität in Würzburg.
Oft forschte er nach der Arbeit noch lange im Labor. Auch im November 1895 war das wohl so - also vor weit mehr als 100 Jahren. Damals hatte er mit einer besonderen Röhre aus Glas experimentiert. Die Röhre leuchtete, wenn man sie unter Strom setzte. An einem Abend machte er dann seine aufregende Entdeckung.

Im Labor begannen einige Dinge geheimnisvoll zu leuchten - obwohl Röntgen die Röhre mit Pappe abgedeckt hatte. Schon da erkannte er wohl irgendwie: Das müssen unsichtbare Strahlen sein. Und sie können offenbar einfach so durch andere Dinge hindurchstrahlen.

Röntgen nannte die Strahlen „X-Strahlen". Ab da kam er kaum noch aus seinem Labor heraus. Röntgen erzählte anfangs niemandem von seinen Experimenten. Er dachte, wenn er sie zu früh ausplaudere, könnten ihn die Leute für verrückt halten.

Im Labor probierte er alles Mögliche mit den X-Strahlen aus. Er hielt zum Beispiel Papier oder Holz davor. Die Strahlen gingen durch alles hindurch. Irgendwann machte Röntgen dann auch Aufnahmen davon. Zum Beispiel von der Hand seiner Frau. Das Bild gibt es heute noch. Man kann darauf die Knochen ihrer Hand erkennen - und ihren Ehering. Das Bild war ein bisschen gruselig - und wurde schnell weltberühmt.

Für die Entdeckung der Strahlen bekam Röntgen wenige Jahre später einen wichtigen Preis: den sogenannten Nobelpreis. Wie er die Strahlen damals jedoch genau fand, hat er nie verraten. Sogar seine Briefe und Tagebücher hat er später als alter Mann verbrannt. Bis heute sind Röntgens X-Strahlen deshalb etwas geheimnisvoll.